Erlöserkirche

Die Kirche ist ein junger Sakralbau aus dem Jahr 1956. über dem Eingang und hinter der Kanzel beziehen sich Worte aus dem Buch Hiob auf den Namen der Kirche. Die schlichte Innengestaltung lenkt die Konzentration auf den wuchtigen Altar in der Apsis und den Taufstein, der in einer Nische am Ende des Langhauses steht.



Adressdaten


  • 99819 Wolfsburg-Unkeroda
    Am Weinberg 1

Daten & Fakten


  • Baujahr: 1956
  • Besonderheiten: Die Erlöserkirche in Wolfsburg-Unkeroda bei Eisenach, erster Kirchenneubau in der DDR

Beschreibung


Am 10. Juni 1956 hatte Landesbischof Moritz Mitzenheim die Kirche eingeweiht. Es war für ihn sicher ein besonderes Erlebnis, denn er hatte den Neubau begleitet. Ursprünglich sollte die Kirche in einem Dorf in der Rhön entstehen, doch bei einer Besichtigungsfahrt mit dem Kirchenbauamtmann Rolf Wolfram stellte sich heraus, dass es dort kein geeignetes Baugrundstück gab. »Dr. Mitzenheim war deprimiert«, erzählt Karl Pfeiffer, Kirchenältester in Wolfsburg-Unkeroda. Er kennt die Geschichte der Kirche von Rolf Wolfram, der immer wieder betont hatte, welch Wunder es war, die Baugenehmigung für eine Kirche zu bekommen, da sich das Verhältnis zum Staat damals zugespitzt hatte. Und nun sollte der Bau nicht möglich sein?

Der Kirchenbaupfleger versprach dem Bischof, ein geeignetes Grundstück zu finden, und hatte auch schon einen Platz in seinem Heimatort im Kopf. Bei einer gemütlichen Runde in der Ortsschenke wurde er sich mit dem Grundstücksbesitzer einig, und er besorgte auch das zu DDR-Zeiten schwer zu beschaffende Baumaterial, denn seine Familie war im Baugeschäft tätig. Beim Bau halfen außerdem viele Freiwillige, »das ganze Dorf war dabei«, betont Pfeiffer.

Schließlich mussten die Einwohner bisher in die Kirche im benachbarten Eckardtshausen, »eine Dreiviertelstunde zu Fuß, und das über einen Berg«, erzählt die Kirchenälteste Elke Wagner. Der Ort hatte zunächst nur ein paar Gehöfte, doch mit dem Bau der Werrabahn und einer Haltestation in der Nähe wurde Wolfsburg-Unkeroda zum Luftkurort und zu einem beliebten Ausflugsziel der Eisenacher. Höchste Zeit für eine eigene Kirche, und Christen und Nichtchristen einte die Dankbarkeit für den Neubau, der zwei Jahre dauerte.

Von Weitem grüßt die Kirche seitdem die Besucher hoch oben vom Weinberg, und dort angekommen, bietet sich ein traumhafter Blick über Ort und Landschaft. Die Kirche ist schlicht gehalten, wobei sie dank einer geschmackvollen Ausstattung im Innenraum aus einheitlichem dunklem Holz trotzdem wie ein Schmuckstück wirkt. Kanzel, Altar und Taufstein bestimmen das Bild, das Kruzifix des Empfertshäuser Holzschnitzers Harald Schrön zeigt Jesus mit erhobenem statt schmerzvoll gesenktem Kopf. Über der Eingangstür und seit Kurzem auch im Innenraum findet sich der Spruch »Ich weiß, dass mein Erlöser lebt«. Außerdem gibt es ein buntes Fenster in der kleinen Taufkapelle neben dem Altarraum und eine Lutherrose unter der Orgelempore – Martin Luther hätte diese Schlichtheit sicher begeistert. »Uns gefällt die einfache Ausstattung, alles Wichtige ist ja da«, sagt Karl Pfeiffer. Gemeinsam mit Karin Niebergall und Elke Wagner aus dem Kirchengemeinderat erzählt er stolz, wie auch alle Sanierungsarbeiten immer mithilfe der Einwohner des Ortes unterstützt wurden. So hat ein Nachfahre der Familie Wolfram die Neueindeckung des Dachs finanziert, dank vieler Helfer gab es innen und außen ein neues Kleid für die Kirche, Karl Pfeiffer hat sich um eine neue Heizung gekümmert. »Und wir sind dankbar für alle, die Kirchgeld zahlen, denn sonst könnten wir die Kirche nicht erhalten«, betont Elke Wagner.

Am 12. Juni wird das Jubiläum mit einem Festgottesdienst mit Propst Christian Stawenow und Pfarrerin Jutta Sander gefeiert. Als Gast ist unter anderen Hans Scriba eingeladen, damals Pfarrer des Ortes.

Susanne Sobko

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