Jakobskirche

Wie die Kirchen in Sättelstädt und Burla soll der Sage nach auch die Kirche von Hastrungsfeld eine Gründung der englischen Königin Reinswig sein, die damit der Seele ihres verstorbenen Mannes im Fegefeuer helfen wollte.



Adressdaten


  • 99820 Hastrungsfeld
    Hastrungsfeld

Beschreibung


Der Bau geht auf das 12. Jahrhundert zurück. Teile dieser ersten Bauphase haben sich noch im Chor und im Langhaus erhalten. Den Chorraum deckt ein Tonnengewölbe. Triumphbogen und ein kleines Fenster der Turmnordwand entsprechen dem romanischen Formverständnis. Eine Sakramentsnische und ein zugemauertes Spitzbogenportal in der Langhausnordwand erinnern an die gotische Epoche. Später wurden rechteckige Fenster in das Mauerwerk gebrochen. An der Nord- und Südwand befindet sich jeweils eine eingeschossige Empore, an der Westwand ist die Empore zweigeschossig. Auf der oberen Empore ist die Orgel untergebracht. Aus dem 17. Jahrhundert stammen die barocke Kanzel und das hölzerne Taufgestell. Bei der Kanzel handelt es sich um eine Stiftung der ortsansässigen Familien Langlotz und Scheitler. Sie steht auf einem Fuß. Säulen untergliedern die Brüstungsfelder. Stilistisch passt das Taufgestell mit einem von Schnörkelhölzern verzierten Deckel gut zur Kanzel.

Den Treppenabsatz zum Dachstuhl über dem Triumphbogen schmückt ein Spruch, der uns heute einen Eindruck von der bäuerlichen Frömmigkeit und dem Gottvertrauen vergangener Generationen vermitteln kann: „Plag‘ Dich, ringe, sorge, sinn/ ohne Gott ist kein Gewinn!“

Auf dem Altar steht ein kleines Kruzifix aus dem 18. Jahrhundert, das weniger durch seine künstlerische Fertigung, sondern durch die Widmung beeindruckt. Auf den vier Sockelflächen sind sorgsam fromme Zeilen zum Kreuzestod Christi, Bibelverse und der Hinweis auf den Stifter zu lesen:

„Jesu Ach du Menschen Trost/ der du was wir verschuldet,/ an den Creutze hast erdultet?/ O! wie viel hat dich gekost, unsre/ Seelen zu erwerben, daß wir seelig mögen sterben.“

„Gleich wie Moses in der wusten/ eine Schlange erhöhet hat; also/ muß des menschen Sohn erhöhet/ werden, auf daß alle die an ihn gläuben/ nicht verlohren werden, IOH 3.14 V“

„Siehe das ist Gottes/ Lam, welches der/ Welt Sünde tragt. IOH 1.29 V.“

„Dies hat der Ehrengeachte, und/ Wohlfürsichlige, Johan Heinrich/ Kramer hieselbst, an diese Städte ver/fertigen laßen, u. hiemit eine verEhung/ an hiesige Kirche gethan. D. 10. Aug: 1766“

Die schöne Kirche inspiriert bis heute Menschen dazu, Zeichen ihres Glaubens sichtbar zu hinterlassen. Da durch Hastrungsfeld der Jakobsweg führt, machte im Jahr 2005 das Weltjugendtagskreuz auf dem Weg zum Weltjugendtag in Köln hier Station. Daran erinnert eine kleine runde Bronzetafel in der Kirche und ein Baum, der zu diesem Anlass auf der Wiese, die die Kirche umgibt, gepflanzt wurde.

Doch nicht nur diese Bilder und Zeichen zeugen von der gelebten Frömmigkeit, auch der aktuelle gute Zustand der Kirche legt davon ein beeindruckendes Zeugnis ab. Mit großem Einsatz gelang es der Gemeinde über Jahre, die Kirche zu sanieren. Zuletzt wurden 2008 Sanierungsarbeiten abgeschlossen.

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