St.-Martins-Kirche Mihla

Der spätgotische Flügelaltar stammt aus einer Erfurter Werkstatt und entstand um 1490. Der Mittelschrein zeigt die Kreuzigung Christi gerahmt von vier Reliefs, Christus vor Pilatus, bei der Kreuztragung, unmittelbar vor der Kreuzigung und die Kreuzabnahme.



Adressdaten


Beschreibung


Die Seitenflügel bestehen aus insgesamt acht Reliefs mit Szenen aus der Passion und der Auferstehung. Die Bildwerke stellen die Grausamkeiten drastisch dar. Die Peiniger des Gottessohnes verzerren böse die Gesichter, seine Jüngerinnen und Jünger bangen um den Geliebten, trauern und erdulden dennoch demütig den Verlust.

Die Kunst der Spätgotik bemühte sich um Darstellungen, die der Natur nahekamen, ohne dass sie naturalistisch sind. Ziel war es, das Mitleid des Betrachters mit dem Leiden des gekreuzigten Christus zu erregen, denn er opferte sich aus Liebe zu den sündigen Menschen. Mitleid und Gegenliebe sollten ihn trösten und dem Seelenheil der Gläubigen dienen.

Die mittelalterliche Schaufrömmigkeit ging mit der Reformation dem Ende entgegen. Der vorreformatorische Flügelaltar in der evangelischen Kirche vermittelt uns heute einen Zugang zu den damaligen Glaubenswelten und regt zum Nachdenken über gegenwärtige Vorstellungen von der Passion Christi an.

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